ÖSTERREICHISCHER VERBAND
DER HERZ- UND
LUNGENTRANSPLANTIERTEN
LANDESSTELLE SALZBURG

 

Themenabend 'Leistungen des Bundessozialamtes'

(Jochen Standop)

Anlässlich unseres Stammtisches am 2. Juli 2008 im "Gasthof Hölle" wurde ein Themenabend über die Leistungen des Bundessozialamtes abgehalten.

Die Ausführungen von Herrn Diplom Sozialarbeiter Albert Lindner wurden mit großem Interesse aufgenommen und von den Anwesenden ausführlich diskutiert. Zunächst wurden wir über die Zuständigkeitsbereiche des Bundessozialamtes informiert, die ein unerwartet breites Spektrum abdecken. Die Behörde ist dem Sozialministerium unterstellt, welches von dem Salzburger Minister Dr. Erwin Buchinger geleitet wird. Das Bundessozialamt ist u.a. zuständig für a l l e Behinderten mit sämtlichen damit verbundenen Problemen und zwar vom Kindergarten bis zur Pension.

Im Mittelpunkt des Interesses standen, wie voraus zu sehen war, die Behindertenausweise. Für Transplantierte kann auf einem Formular des Sozialamtes ein Behindertenpass beantragt werden, der generell mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 % bewilligt wird. Die Höhe des Behindertengrades ist abhängig, ob noch weitere Krankheiten (Behinderungen) vorliegen. Dieser orange Behindertenpass des Bundessozialamtes berechtigt jedoch NICHT zur kostenlosen Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder zum Parken auf Behinderten-Parkplätzen. Hierzu ist der "blaue" Behindertenausweis nötig, der von den Bundesländern ausgestellt wird. In Salzburg vom Magistrat oder den BH´s. Dieser blaue Ausweis beinhaltet weitere Vorteile, die allerdings außerhalb des Zuständigkeitsbereiches des Bundessozialamtes liegen und unterliegt § 29 b der Straßenverkehrsordnung.

 

Ebenfalls auf Antrag sind Zusatzeintragungen im Behindertenpass möglich, wie z.B. Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel u.v.a. möglich. Näheres ist nachzulesen in einem Folder des Bundessozialamtes unter dem Titel "Behindertenpass & Autobahnvignette", erhältlich in Salzburg beim

Bundessozialamt Landesstelle Salzburg
Auerspergstraße 67 a
2020 Salzburg
Tel. 0599 88-0

Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass ausführliches, gut verständliches Aufklärungsmaterial über sämtliche Zuständigkeitsbereiche unter vorgenannter Stelle erhältlich ist.

Um den Status der "Unzumutbarkeit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel" zu erhalten, ist ein ärztliches Gutachten nötig, welches vom Bundessozialamt erstellt wird. Die dortigen Ärzte wiederum berufen sich derzeit auf ein Gutachten der Universitätsklinik Wien (AKH), welches Herz- oder Lungentransplantierten diesen Status verweigert. Das Argument der übergroßen Infektionsgefahr wird bisher nicht berücksichtigt. Es müssten schon noch weitere Behinderungen vorliegen! Es liegt also an uns, mit den zuständigen Medizinern Kontakt aufzunehmen, um hier mehr Unterstützung und Verständnis zu erhalten. Eine Kontaktaufnahme zu Minister Dr. Buchinger wäre ebenfalls empfehlenswert, der laut Herrn DSA Lindner bisher noch jedes Ansuchen beantwortet hat.

Herr DSA Lindner beantwortete im Laufe des Abends noch viele andere persönliche Fragen und hinterließ bei uns den Eindruck, dass das Bundessozialamt allen Fragen Behinderter aufgeschlossen und auch wohlwollend gegenüber steht. Wir erlebten einen hochinteressanten Abend und bedanken uns bei Herrn Diplom Sozialarbeiter Albert Lindner für seine ausgesprochen kompetenten Ausführungen.