Besuch des Dokumentationszentrums Obersalzberg
am 13. Juni 2012

23 Personen waren zu diesem Unternehmen gemeldet und tatsächlich sind alle pünktlich zum Besuch beim Dokumentationszentrum Obersalzberg eingetroffen.

Zuvor haben wir uns bei denkbar schlechtem Wetter wie immer am Parkplatz am Kommunalfriedhof getroffen. Anschließend ging es im "Autokorso" zum gemeinsamen Mittagessen auf den Obersalzberg beim "Alpengasthof Hochlenzer", wo noch einige Teilnehmer nach und nach eintrafen. Da die Führung im Dokumentationszentrum erst für 15 Uhr angesetzt war, konnten wir das sehr gute, vor allem reichliche Essen in Ruhe genießen. Rechtzeitig brachen wir dann teils per Auto, teils zu Fuß auf dem Wanderweg zu unserem eigentlichen Ziel, dem Dokumentationszentrum Obersalzberg ein. Hier gesellten sich die letzten Teilnehmer zu uns, und wir waren komplett.

Unter der Leitung des Historikers Professor Wolfgang Wintersteller, der uns nun bereits zum dritten Mal die Geschichte unserer Region näher gebracht hat, wurde die Führung gestartet. Wie immer, mit viel Enthusiasmus, höchster Kompetenz und trotzdem für uns alle gut verständlich ging Professor Wintersteller auf die ja nun nicht gerade lang zurück liegende Geschichte des Gebietes um den Obersalzberg ein, die praktisch nur von Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts bis zum Kriegsende 1945 dauerte.

Wir erhielten einen tiefen, teils erschreckenden Einblick in die Machenschaften der "Grundstückbeschaffung" für die Nazipartei bis hin zum Menüplan für den vegetarisch lebenden Führer des Reiches und den damit verbundenen recht teuren Einrichtungen für die Lieferung von Gemüse und Obst. Zum Teil wurde auch auf die anderen Nazigrößen eingegangen, die den Obersalzburg bewohnten, der während des "dritten Reiches" neben der Hauptstadt Berlin zum zweiten Regierungszentrum Deutschlands bis Kriegsende wurde.

Anhand von Schaubildern und vor allen Dingen durch die Ausführungen von Prof. Wintersteller wurde aber auch auf die Leiden der Regimegegner und der jüdischen Bevölkerung hingewiesen. Für unsere Generation ist es einfach unvorstellbar, was sich in jener Zeit abgespielt hat. Ein Gang durch die Katakomben bzw. durch den teilweise ausgebauten Bunker beendete schließlich die Führung.

Denjenigen, die nicht an diesem Unternehmen teilnehmen konnten sei empfohlen, einen Besuch im Dokumentationszentrum unbedingt nachzuholen. Es rentiert sich allemal! Diejenigen, die dabei waren, erlebten einen ereignisreichen und tief beeindruckenden Tag am Obersalzberg. Wieder einmal müssen wir uns ganz herzlich bei Herrn Prof. Wintersteller bedanken, der inzwischen ja zum schon zum "Inventar" unserer Selbsthilfegruppe gehört. Souverän, spannend und äußerst informativ seine Ausführungen. Vielen Dank!

Nach den teils beklemmenden Eindrücken, verabschiedete uns die inzwischen erschienene Sonne vom Obersalzberg. Es war wieder einmal eine sehr gelungene Unternehmung, und wir bedanken uns auch bei unserem "Seniorchef" Dipl.-Ing. Hans Auer, der im Vorfeld alles super organisiert hat, selbst aber leider aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte.

                                                                         

-jo- 14.06.2012