Das neue Herz
Gedanken anlässlich der Transplantation eines neuen Herzens
für
Altabt Berthold Heigl
am 29. April 2014

Es war verbraucht, das gute alte Herz,
nur mühsam hielten Ärzte es in Gang,
es schlug gehemmt, zu schwach und auch mit Schmerz,
die dunklen Nächte waren schwer und lang.

Ein junges Menschenleben schied nun hin,
war trotz Bemühung leider nicht zu retten.
Man fragt sich, wo liegt denn der tiefe Sinn
beim Trennungsschmerz an kalten Totenbetten?

Erloschen ist der Zukunft heller Stern.
Zerschlagen war im Nu das junge Leben.
Es scheint das Licht der Tröstung blass und fern,
lässt Schmerz der Freunde Seele hart erbeben.

Doch war der grausam-dunkle frühe Tod,
nicht gänzlich ohne jedes Hoffnungslicht:
er gab dem Bruder in der letzten Not
erneute Lebenskraft und Zuversicht.

Der Tote unbewusst das Gleiche tat,
was liebend auch der Herr am Kreuzesbaum,
als damals er für uns sein Leben gab.
So starb nicht ohne Sinn der Zukunftstraum.

Das neue Herz, so bitten innig wir,
hinein gebettet in die reife Brust,
die Lebenskraft noch lange nicht verlier´
und schlage stark mit neuer Herzenslust.

Der Herr begleite weiter segensreich
den Lebensweg des treuen Abt-Prälaten,
vergelt´es dem, der starb, im Himmelreich:
er gab die beste aller Liebestaten.

Es schlage unermüdlich lang und gut,
belebe kraftvoll gleichwohl Leib und Geist.
Es kehr´zurück des Abtes Lebensmut,
den unser Glauben hoffnungsvoll verheißt.

Wir wünschen nun des Himmels Breitband-Segen
dem Abt und guten Freund von ganzem Herzen.
Er schreite unbeschwertauf auf guten Wegen,
befreit von Herzenängsten, Not und Schmerzen.

Erfrischen mögen ihn die kühlen Lüfte
in seinem wunderbaren Klostergarten,
erfreuen auch der Rosen süße Düfte,
die sehnsuchtsvoll ihn täglich schon erwarten.

Vielleicht wird auch erneut nach einer Weil´
ein hoher Gipfel - sachte erst - erklommen:
dann klingt befreit und glücklich froh "Berg Heil",
wenn Lebenskräfte neu zurück gekommen.

(Pf. GR Anton Merli)