ÖSTERREICHISCHER VERBAND
DER HERZ- UND
LUNGENTRANSPLANTIERTEN

 

Verhaltenshinweise nach der Transplantation
aus dem LuTX-Zentrum Wien für Lungentransplantierte

Da es immer wieder Patientenanfragen bzgl. Gartenarbeit usw. gibt haben Dr. Jaksch, Dr. Zweytick, Dr. Gaugg, Mag. Smeritschnig die Verhaltenshinweise überarbeitet und im April 2007 eine „neue“ Version herausgegeben.
Mag. Smeritschnig hat uns freundlicherweise diese Richtlinie zur Verfügung gestellt und kann auch von uns/euch/Ihnen direkt kontaktiert werden:

Mag. Beate Smeritschnig
Klinische Psychologin der LuTX
Tel: 01/40400-5620 oder 5630
Fax: 01/40400-5642
Email:
beate.smeritschnig@meduniwien.ac.at

Anmerkung der Redaktion:
Unterschiedliche TX-Zentren machten unterschiedliche Erfahrungen, daher gibt es auch für Patienten manchmal kleine Abweichungen im Verhaltenskodex. Jeder Patient ist gut beraten, sich an das zu halten, was ihm sein TX-Zentrum empfiehlt.

Aufgrund der immunsuppressiven Medikation sind Sie für Infektionen anfälliger als andere Menschen. Daher sollten Sie sich vorbeugend schützen:

Schimmelpilz:
Ø Kein Kontakt mit Blumenerde!!
Ø Zimmerpflanzen: Alle Ihre Zimmerpflanzen müssen in Hydrokultur gepflanzt sein (auch die Hydrokultur darf nicht schimmeln) oder entsorgt werden.
Ø Gartenarbeit: grundsätzlich besteht bei Gartenarbeit immer die Gefahr, Schimmelpilze zu inhalieren. Sollten Sie ein/e „Gärtner/in“ sein, dann nur mit Mundschutz und Handschuhen
Ø Kein Schimmel im Wohnbereich
Ø Keine Bauarbeiten (stemmen, bohren, Holzschneiden usw.) bzw. nur mit Mundschutz

Tiere:
Ø Vermeiden Sie Kontakt mit Tierexkrementen sowie engen Kontakt mit vor allem im Freien sich aufhaltenden (Haus)Tieren. Überlassen Sie die Reinigung von Vogelkäfigen, Fischaquarien, Terrarien , Katzenklos etc. anderen Personen
Ø Betreten Sie keinen Stall (Pferde-, Kuh-, Schweinestall)

Schwimmen:
Ø Lebenslanges Verbot für öffentliches Hallenbad, Sauna, Therme
Ø Erlaubt ist: Freibad, Swimmingpool im Freien, See, Meer, eigene Sauna und eigenes Hallenbad (muss gut gepflegt und schimmelfrei sein)

Im Winter:
Ø Vermeiden Sie Kontakt mit kranken und verkühlten Personen
Ø Während der Grippezeit meiden Sie bitte Menschenmassen (Einkaufszentren, Kino, öffentliche Verkehrsmittel usw.)

Essen:
Ø keine Grapefruit, kein Grapefruitsaft
Ø keine probiotischen Produkte: z.B. probiotisches oder proaktives Joghurt, Kefir, Kombucha

Impfungen:
Ø Im ersten Jahr nach der Transplantation keine Impfung! Danach können Sie sich wieder impfen lassen
Ø Generell KEINE Impfung von Lebendimpfstoffe: Polio, Masern, Mumps, Gelbfieber, Röteln


Urlaub:
Ø Im ersten halben Jahr nach der Transplantation Urlaub in Österreich oder angrenzenden Ländern (Abstossungsgefahr)
Ø danach sind auch Flugreisen erlaubt

Empfängnisverhütung:
Ø Es ist unbedingt erforderlich, nach der Transplantation eine sichere Empfängnisverhütung zu betreiben. Unseren Patientinnen empfehlen wir, von einer Schwangerschaft Abstand zu nehmen, da das Risiko für Mutter und Kind doch ein hohes ist.
Ø Die Spirale ist als Empfängnisverhütung ungeeignet, da sie eine Infektionsquelle darstellen kann.
Ø Männliche Patienten, die ein Kind zeugen möchten, müssen sich vorher urologisch abklären lassen (Spermogramm). Eine Schwangerschaft stellt auf jeden Fall eine Risikoschwangerschaft mit allen notwendigen Untersuchungen dar.


Ø Kein stehendes Wasser im Wohnbereich: Verwenden sie bitte keinen Luftbefeuchter oder Zimmerbrunnen


Ø zusätzlich zu den Medikamenten keine pflanzlichen (kein Johanniskraut!) Produkte einnehmen, die das Immunsystem aktivieren könnten. Vitamine und Spurenelemente sind erlaubt.

April 2007, Dr. Jaksch / Dr. Zweytick / Dr. Gaugg / Mag. Smeritschnig